Hans Staudacher

Hans Staudacher wurde am 14. Januar 1923 in St. Urban am Ossiacher See in Kärnten als ältester Sohn einer sechsköpfigen Eisenbahnerfamilie geboren und verstarb am 17. Januar 2021 in Wien, nur wenige Tage nach seinem 98. Geburtstag.

Als Autodidakt und einer der bedeutendsten Vertreter des lyrischen oder skriptoralen Informel sowie Tachismus in Österreich prägte er die Nachkriegsabstraktion durch gestische, spontane Malerei, die Zeichen, Schrift und emotionale Geste verbindet.

Nach dem frühen Verlassen des Gymnasiums in den 1930er Jahren zeichnete und malte er autodidaktisch Landschaftsaquarelle, Porträts und zyklische Federzeichnungen, unterbrochen vom Zweiten Weltkrieg, in dem er als Flakschütze Lazarettzüge sicherte und über ein Jahr in französischer Gefangenschaft verbrachte.

Nach der Rückkehr 1945 arbeitete er zwei Jahre als Schwimmlehrer und Bademeister in Warmbad Villach, besuchte 1945–1947 das Landesinstitut für bildende Kunst in Klagenfurt bei Arnold Clementschitsch und übersiedelte 1950 nach Wien, wo er Alfred Kubin, Egon Schiele und Gustav Klimt studierte.

​Ab den 1950er Jahren wurde Staudacher aktives Mitglied der Wiener Secession, nahm an Ausstellungen teil, initiierte 1958 die legendäre „Who is who“-Schau mit jungen Künstlern wie späteren Aktionisten und erzielte 1956 seinen internationalen Durchbruch mit acht Bildern im Österreichischen Pavillon der 28. Biennale Venedig; provokative Aktionen wie die „Bilderverbrennung“ 1964 gegen Publikumsignoranzen und „Abbruch“ 1970 folgten, ergänzt durch Entwürfe für Glasfenster und Mosaike wie im Grazer Casino.

Sein Stil entwickelte sich von figurativen Anfängen zu abstrakter Gestik, beeinflusst von Paris-Reisen (1950er, Georges Mathieu, Hans Hartung), Action Painting und Lettrismus, mit kalligrafischen Zeichen, Collagen, Spritztechniken und integrierten Texten in rhythmischen, nervösen Kompositionen, die Freiheit von Seele und Geist verkörpern.

​Staudacher vertrat Österreich 1975 mit Cornelius Kolig und Gotthard Muhr bei der XIII. Biennale São Paulo, erhielt den Hauptpreis der Biennale Tokio 1965, Kulturpreis Kärnten 1989, Goldenes Ehrenzeichen Wiens 2004 und Professorentitel 1976.

Mitgliedschaften im Forum Stadtpark Graz und Kunstverein Kärnten unterstreichen seine Rolle. Ausstellungen führten ihn nach Paris (1961), Köln (1993), Zürich (1994), München (1995, 1998, 2001), Prag (2000) und Retrospektiven wie „90 Jahre gegen den Strom“ Galerie Hilger Wien (2013); Werke sind in Albertina, Belvedere, mumok und internationalen Sammlungen vertreten.

Sein Œuvre, umfassend Malerei, Grafik, Collage und Lyrik, bleibt als einzigartige, großzügige Handschrift des österreichischen Abstrakten Expressionismus wirkmächtig.

Ein bekanntes Werk von Hans Staudacher

Gemälde Kunstwerk Bild von Künstler Hans Staudacher Citygalerie Linz

Hans Staudacher Hans Staudachers Œuvre umfasst Malerei, Grafik, Collage und Lyrik