Franz Ringel

Franz Ringel wurde am 1. April 1940 in Graz als Sohn eines Rossknechts und einer Wäscherin geboren und verstarb am 28. Oktober 2011 in Graz.

Als österreichischer Maler und Graphiker, der in Wien lebte und arbeitete, prägte er die Kunstszene durch expressive Figurenmalerei mit Motiven aus dem Unbewussten und der griechischen Mythologie.

Im Alter von neun Jahren kam er zu Pflegeeltern – sein Ziehvater war steirischer Landesrat und Oberschulinspektor, die Ziehmutter Margarete eine Französin, die sein künstlerisches Talent und Interesse an Literatur förderte.

Mit dem späteren Choreographen Johann Kresnik besuchte er die Hauptschule, bevor er von 1955 bis 1959 die Kunstgewerbeschule Graz (Keramikklasse bei Prof. Adametz) absolvierte und Wolfgang Herzig sowie Drago Prelog kennenlernte.

Anschließend studierte er 1959/60 an der Akademie für angewandte Kunst Wien bei Hans Knesl und bis 1965 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Sergius Pauser und Albert Paris Gütersloh, wo Adolf Frohner ihn 1959 für die Jugendbiennale Paris nominierte und er Jean Dubuffet traf, der ihm den Kontakt zur Galerie Jakob vermittelte.

​1968 wurde Ringel Gründungsmitglied der Gruppe „Wirklichkeiten“ (mit Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz u.a.), deren Ausstellung in der Wiener Secession Aufsehen erregte und als satirisch-sozialkritischer Realismus gegen das dominierende Informel positioniert war – Otto Breicha sprach von einer „Gruppe, die keine ist“, Alfred Schmeller nannte sie „Krokodil im Karpfenteich“.

Seine deformierten Kasperlfiguren mit zahllosen Gliedmaßen, kräftig aufgetragenen Farben und Themen wie Körper, Psyche sowie literarische Bezüge (z.B. Orpheus-Reise) entstammen dem Unbewussten.

Ab den 1980er Jahren folgte ein Bruch mit Stillleben, Porträts und Blumen („Wilder Ringel“), 1980 änderte er seine Signatur zu „M.J.M. Ringel“ für Ziehmutter Margarete, leibliche Mutter Juliane und Ehefrau Maria, nach deren Tod 1983 entstand das Buch „Achtundsiebzig Bilder für Maria“ als eines der schönsten Bücher Österreichs.

Aufenthalte in Paris (1972/73 auf Einladung Dubuffets) und Preise wie Theodor-Körner-Preis (1969), Preis der Stadt Wien, Würdigungspreis des BMUK und des Landes Steiermark prägten seinen Weg.​

Ausstellungen umfassen Retrospektiven wie 2005 in der Sammlung Essl (65. Geburtstag), 2003 Museum Moderner Kunst Passau und Kunst Haus Wien („Wirklichkeiten 1963–1975“), sowie Galerien in Wien (Gerersdorfer, Hilger), Graz (Landesmuseum), Salzburg (Rupertinum) und international.

Werke sind in Albertina, Österreichischer Galerie des 20. Jh., mumok, Museum des 20. Jh., Secession, Rupertinum und privaten Sammlungen vertreten.

Ringels Œuvre verbindet expressionistische Intensität mit theatralischer Deformation und psychischer Tiefe, bleibt als Beitrag zum figurativen Realismus wirkmächtig.

Unsere Werke von Franz Ringel

Gemälde von Franz Ringel Fraulein Mugsi 74x61cm Mischtechnik auf Papier signiert und datiert 1969 in der Citygalerie Linz kaufen
"FRAULEIN MUGSI" 74x61cm Mischtechnik auf Papier signiert, datiert 1996

Franz Ringel ist ein österreichischer Maler und Graphiker