Drago Prelog
Drago Prelog (eigentlich Karl Julius Prelog), geboren am 4. November 1939 in Celje (Slowenien), verstarb am 11. oder 12. März 2020 in Wien und war ein slowenisch-österreichischer Maler, Grafiker und Zeichner, dessen Werk von rituellen, piktografischen Elementen geprägt ist und sich durch Zeichen setzen statt Abbilden auszeichnet.
Seine Familie floh 1944 aufgrund des Zweiten Weltkriegs in die Obersteiermark, wo er Volks- und Hauptschule in Markt Haus und Schladming besuchte.
Von 1954 bis 1958 absolvierte er die Kunstgewerbeschule in Graz in der Abteilung für dekorative Malerei bei Otto Brunner und nahm 1958 den Künstlernamen Drago an, um seine südslawische Herkunft zu betonen.
Von 1958 bis 1962 studierte er sieben Semester an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Albert Paris Gütersloh, verließ diese jedoch bewusst ohne Diplom und schrieb in dieser Zeit eine deutsche Ausgabe des Korans in Geheimschrift ab.
1959 folgte seine erste Ausstellung in der Galerie Zum Roten Apfel in Wien mit Zentralformationen, Zeichnungen und Collagen, beeinflusst von Wols und Arnulf Rainer, mit dem er Bekanntschaft schloss.
Ab 1960 entstanden skripturale Arbeiten, Bildteppiche und erste Beteiligungen an Ausstellungen in der Galerie nächst St. Stephan, wo er Otto Mauer und Josef Mikl traf.
Er gewann mehrmals den Hauptpreis beim Wettbewerb „Geist und Form“ (1961, 1964, 1967), reiste nach Schweden, Norwegen, der Schweiz und Jugoslawien, wo er Serbokroatisch lernte und seine Cousine Smiljana Kočović traf, die 1993 seine Frau wurde.
Ab 1969 erhielt er Lehraufträge an der Akademie der bildenden Künste Wien (bei Mikl bis 1972, Hollegha bis 1979), später für Schrift und Schriftgestaltung (ab 1974), und schuf Werke wie „Denkblasen“-Mappe (1970 mit Martha Jungwirth), Profilbilder (ab 1976), Umlaufbilder und Prelographie (ab 1986, schlangenhautartiger Effekt).
Seine Bildsprache umfasst Öffnungen, Bomben, Alpinstrukturen, Steine, Rudimentärformen, Schuppenhäute, Balkenbilder und Kreuzalphabete, oft in performativen Akten wie Umläufen um die Leinwand oder mit ferngesteuerten Modellautos als Malwerkzeug; Retrospektiven fanden in der Neuen Galerie Graz (1972, 1979), Künstlerhaus Salzburg (1982), Akademie Wien (1984) und Landesmuseum Kärnten (1986) statt.
Prelog erhielt Preise wie den 1. Preis Steirische Grafik ’70, Großen Kunstpreis Steiermark (1970), Anton-Faistauer-Preis (1979), Titel Professor (1999), Goldenes Verdienstzeichen Salzburg (2002) und Großes Ehrenzeichen Steiermark (2004); Auszeichnungen und Ausstellungen im In- und Ausland, darunter Venedig-Biennale-Begleitausstellung (1968), prägten sein Œuvre, das in Sammlungen wie Albertina und Belvedere vertreten ist.
Sein Leben und Werk sind in der „gemalten Biographie 1959–2019“ (Bibliothek der Provinz, 2019) dokumentiert.
Unsere Werke von Drago Prelog
Drago Prelog war ein slowenisch-österreichischer Maler, Grafiker und Zeichner